Die Mallorca-Kolumne: Es gibt keinen TÜV für Malle

Wenn das hier so weitergeht, bekomm ich Angst,
dass ich bald sterben werde, an ner Überdosis Fremdscham.
(Jan Delay, Hypochonder)

Auch mein Freund Gunnar, der sich seinen Abenteuerurlaub auf der Mutter aller Inseln irgendwie anders vorgestellt hat, fürchtet sich vor dem unmittelbar bevorstehenden Tod durch Kulturschock. Nur mit Mühe gelingt es mir, den Mallorca-Novizen wieder aufzubauen und durch stundenlangen Mario-Barth-Konsum intellektuell auf Pipikackaniveau runterzupixeln. Rollenspiele bereiten auf den Spaßfall vor. Ich (Roberto Blanco): „Ein bisschen Spaß muss sein.” Er (Florian Silbereisen): „Die Deutschen sind ja viel zu ernst. Und wenn wir dann mal lustig sind, wird immer gleich rumgenörgelt. Man muss auch mal fünfe…” Gut gemacht, Gunnar! Schnell noch ein paar Plattitüden für den Süden gelernt: Wir können auch ohne Alkohol Spaß haben… Aber sicher ist sicher!wer-sich-erinnern-kann-war-nicht-dabei-2

Oder diese Variante:wer-noch-was-weis
Gewappnet für den Praxistest, finden wir beim Strandspaziergang am Ballermann Sechs eine typische Situation vor. Ein überdimensionales Transparent mit der Aufschrift „Die Wahrheit bleibt auf der Insel” versperrt uns den Weg. Auf dem dazugehörigen Gartenpavillon thronen Reichskriegsflagge und Vereinswimpel des Bezirksligisten 1. FC Turbine Mettmann in trauter Zweisamkeit. Vorsicht! Bloß nicht in das übermannsgroße Kronkorkenferrarilogomosaik trampeln. Auf der Tapeziertischtheke wartet eine Hundertschaft Plastikeimer mit Sangria und XXL-Strohhalmen auf ihren Einsatz. Keine Frage, die Trinksportabteilung des Vereins arbeitet auf professionellem Niveau. Eine Schubkarre sichert sowohl den Getränkenachschub als auch den Rücktransport für den komatösen Rest. Der Mannschaftskapitän erläutert seine Taktik per Megaphon: „Kein Alkohol ist auch keine Lösung!” Instinktiv entreiße ich dem verblüfften Anführer die Flüstertüte und übernehme das Kommando: „Wo sind die Hände!? Wo sind die Patschehändchen!?”
Unkontrollierte Ausbrüche. Der Fachmann nennt das Mallorca-Tourette-Syndrom. Wenn ich, im richtigen Leben, morgens aus dem Haus gehe, muss ich mich konzentrieren, um der Bäckereifachverkäuferin nicht ein zünftiges „Da simmer dabei!” entgegenzuschmettern. Gib mir ein „Mehr”! Gib mir ein „Korn”! Gib mir ein „Brötchen”! Und was esse ich zum Frühstück!?
„Alle Hände gehen steil nach oben, direkt in den Party-Himmel!” Während ich gerade erst anfange, ist Gunnar schon wieder mit den Nerven am Ende. Party-Himmel? Party-Hölle. Wahnsinn. „Die Hände zum Himmel, komm lasst uns fröhlich sein…” Die erste Mannschaft des sympathischen Fußballclubs, bereits im kollektiven Freudentaumel, ahnt nicht, dass ich sogleich zum finalen Schlag ansetze: „Halb besoffen ist rausgeschmissen Geld!” Mission erfolgreich, Feiermeier glücklich.
Gunnar hält das nicht aus, jedoch gefällt ihm kaum besser, was er einige Meter weiter sieht. phallus
Gunnar gibt auf. Er will nach Hause. Sofort.
Diagnose: Überdosis Fremdscham.
Fazit: Es gibt keinen TÜV für Malle.
Ich werde Gunnar jetzt zum Flughafen bringen und freue mich aufrichtig darauf, heute Abend wieder mein zwar schlichtes, aber immerhin dankbares Publikum im Vergnügungslokal Biermeister bespaßen zu dürfen.
Bis zum nächsten Mal(le) oder wie die Freunde des gepflegten Brettspiels zu sagen pflegen: Tschö mit Ö, Halma in Palma.

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Unser Kolumnist Holger Osterloh arbeitete nach einer Ausbildung zum Erd- und Feuerbestatter mehrere Jahre als Chefanimateur auf der Gorch Fock. Parallel war er als Imageberater für Wolfgang Petry und Hartmut Engler tätig. Seit 2007 lebt er auf Mallorca und arbeitet dort als Animateur im Vergnügungslokal Biermeister sowie als freier Journalist für den Ballermann Boten. Osterloh meldet sich in unregelmäßigen Abständen von der Achse der Friseusen und versucht, das Unfassbare in Worte zu fassen, damit es in Zukunft nicht mehr heißen muss:
Die Wahrheit bleibt auf der Insel.

Die Mallorca-Kolumne: Osterloh bekommt Besuch

Das ist Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle? Hölle, Hölle, Hölle, Hölle!
(Petry Evangelium Kapitel 3, Vers 12)
Diesen Vorwurf musste ich mir heute von meinem Freund Gunnar gefallen lassen. Dabei gebe ich mir solche Mühe, ein guter Gastgeber zu sein, hole ihn extra vom Flughafen ab, begrüße ihn und alle anderen Ankommenden per Megaphon:
„Habt Ihr Lust auf Freibier? Freunde, Habt Ihr Lust auf Freibier? Ich kann Euch nicht hören! Habt Ihr Lust auf Freibier? Habt Ihr wirklich ehrlich, ganz im Ernst und ohne Flachs so richtig Lust auf verdammt viel Freibier? Dann kommt morgen Vormittag zwischen elf und halb zwölf in den Biermeister in der Schnitzelgasse und sauft so viel Freibier wie Ihr könnt!”
Gunnar ist das fürchterlich peinlich. Gunnar muss noch viel lernen. Merke: Das Niveauchamäleon ist ein Fuchs. Es ist in der Lage, sich seiner Umgebung perfekt anzupassen.
Ich bin Bespaßungsaktivist an der Partyfront Mallorca. Was hat Gunnar erwartet? „Meine Damen und Herren, um 20 Uhr lädt Jürgen Drews im Vergnügungslokal Biermeister zum Philosophischen Quartett und wird höchstpersönlich jedem Gast als Präsent eine Sonderedition mit Rilke-Gedichten überreichen.”
Hier ist definitiv kein Platz für Schöngeister. Punkt. Wir befinden uns im Epizentrum des schlechten Geschmacks, im Tsunami des Fremdschämens, auf der Achse der Friseusen.
Wir lassen die Taxis links liegen und nehmen den Bus. Gunnar reist nämlich immer authentisch. Gunnar durchquert gern mit dem selbstgebauten Fahrrad im tiefsten Winter die kasachische Steppe, kämpft sich dem größten Vergnügen bei sengender Hitze durch die Slums von Manila, hat schon alles gesehen und noch viel mehr erlebt. Nur der Abenteuerurlaub am Ballermann fehlt noch auf seiner Traveller-Liste.
Während der Busfahrt passiert nichts Außergewöhnliches. Der Kegelverein „Ex & Hopp” macht sich grölend über den Vorrat an kleinen Feiglingen her und intoniert mit schraubverschlussverzierten Nasenspitzen das entsprechende Trinklied:

Auf der Rückbank lassen sich zwei dralle Blondinen kreischend und zur zum Schein protestierend von ihren neuen Bekannten betatschen. Die forschen Jünglinge, hier wenige Sunden zuvor auf dem Weg aus dem heimischen Bottrop zum Flughafen, stellen nicht etwa nur eine kühne Behauptung auf (Keine Farbe im Urin!),


sondern bleiben auch den Beweis nicht schuldig. Während die farblosen Freunde die flugs gezückten Plastikbecher befüllen, entleert sich ein Kegelbruder, bei dem bereits zu viel Alkohol im Spiel ist, deutlich unkontrollierter. Mit einem gewaltigen Grunzen verlässt ein nicht weniger gewaltiger Schwall seine Speiseröhre, um sich sogleich im Mittelgang zu verteilen.
Das stört die Mitreisenden nicht weiter, auch der Busfahrer ist Schlimmeres gewohnt.
Allein Gunnar ist angewidert.
Gunnar ist weltoffen und unheimlich tolerant. Was Religion und sexuelle Orientierung betrifft. Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht sowieso. Nur bei sich im Ausland daneben benehmenden deutschen Proleten soll der Spaß aufhören?!
Wird Gunnar sich auf die ungewohnte Kultur einlassen?
Oder wird er seinen Abenteuerurlaub abbrechen?
Ich bin gespannt und verspreche:
Fortsetzung folgt.

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Unser Kolumnist Holger Osterloh arbeitete nach einer Ausbildung zum Erd- und Feuerbestatter mehrere Jahre als Chefanimateur auf der Gorch Fock. Parallel war er als Imageberater für Wolfgang Petry und Hartmut Engler tätig. Seit 2007 lebt er auf Mallorca und arbeitet dort als Animateur im Vergnügungslokal Biermeister sowie als freier Journalist für den Ballermann Boten. Osterloh meldet sich in unregelmäßigen Abständen von der Achse der Friseusen und versucht, das Unfassbare in Worte zu fassen, damit es in Zukunft nicht mehr heißen muss:

Die Wahrheit bleibt auf der Insel.

Die Mallorca-Kolumne: Schweinegrippe

Joana, Du geile Sau,
geboren um Liebe zu geben, Du Luder,
verbotene Träume erleben, Du Drecksau,
ohne Fragen an den Morgen danach.
(Brunftschrei des gemeinen germanischen Wildschweins)

Über den Bildschirm flimmern Heinz Sielmanns Expeditionen ins Tierreich. Der bekannte Verhaltensforscher steht an der Playa de Palma, Höhe Ballermann sechs.
„Das gemeine germanische Wildschwein, lateinisch Sus germanus, wurde vor etwa fünfzig Jahren erstmalig auf der Insel eingeschleppt. Seither verlässt es einmal im Jahr für eine Woche sein heimisches Revier, um so richtig die Sau rauszulassen. Die spanischen Förster freilich betrachten die ausländischen Horden längst als Plage, sprechen von einer regelrechten Schweinepest.”
Kameraschwenk. Professor Bernhard Grzimek, legendärer Tierfilmer und Meister der Tarnung, beobachtet das Treiben aus einem Müllcontainer heraus.
„Doch urteilen wir nicht vorschnell über diese possierlichen Tierchen! Welche Gefahren gehen tatsächlich von ihnen aus? Welche Verhaltensmuster legen sie an den Tag?”
Sielmann: „Das gemeine germanische Wildschwein tritt im Rudel auf und erkennt seine Gefährten daran, dass sie die gleichen Motto-T-Shirts tragen. Das mag seltsam klingen, ist aber so. Aus unerklärlichen Gründen ist ein schwerer, im Tierreich einmaliger genetischer Defekt aufgetreten: Es handelt sich um die einzigen Schweine, die Interesse für Kegeln und Fußball zeigen, deren gesamte Existenz sich den großen Themen Sex und Suff unterordnet, kurzum: die nahezu menschliche Züge tragen. Die typische weibliche Rotte, vom Fachmann Häkelbüdelclub genannt, trägt Trikots mit dem Aufdruck: Malle Diven.” Nahaufnahme Grzimek: „Ach, wie niedlich.”
„Die Keiler schmücken sich mit putzigen Leibchen, um ihre Rivalen zu beeindrucken: Wer tanzt hat bloß kein Geld zum Saufen.”

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Ein offensichtlich verwirrtes weibliches Exemplar

„Eine elitäre Schweinbande hat diese These weiterentwickelt und daraus ein prägnantes und kreatives Destillat gewonnen: Kotzen macht Durst. Das ungekrönte Kamener Kreuz unter den Herrenhemden verknüpft die zentralen Themen in vorbildlicher Weise: Des kleinen Mannes Sonnenschein - Ist ficken und besoffen sein.”
Peter „Löwenzahn” Lustig (Wo kommt der jetzt eigentlich her?) springt, empört ob der unflätigen Ausdrücke, ins Bild. „Riesenschweinerei!” Sielmann versucht ihn zu beruhigen. Das sei im Tierreich alles ganz natürlich. Findet Lustig gar nicht komisch. Grzimek klettert aus seinem Versteck, überwältigt den humorlosen Kinderfreund. Weiter im Programm:
„Das Alphatier hebt sich stets optisch ab: Sextrainer - Probestunde gratis. Hier hat sich die Natur wirklich etwas Tolles einfallen lassen. Die dumme Sau fällt auf die List herein und lässt sich bereitwillig decken. Den Evolutionsverlierern wird die Sache freilich nicht so leicht gemacht. Sie müssen offensiv um die potenziellen Geschlechtspartnerinnen buhlen und röhren ihren Brunftschrei: Joana, Du geile Sau!

Die Bachen erwidern ihre Paarungsbereitschaft durch folgenden Fruchtbarkeitstanz: Komm hol dein Lasso raus, so wie beim ersten Mal, ja - ja - ja!”
Lustig reißt sich aus Grzimeks Schwitzkasten los, sprintet Richtung Kamera, kriecht aus der Bildröhre direkt in mein Krankenbett. Ich verschmelze mit Peter Lustig. Mir ist so unglaublich heiß. „Señor Osterloh!” Das ist spanisch und bedeutet Fieber messen. Ich bin schlagartig hellwach. Seit sechs Wochen liege ich auf der Seuchenstation des Universitätsklinikums zu Palma de Mallorca. Diagnose: Schweinegrippe.
Die Schwester dreht mich auf die Seite. Und an dieser Stelle halte es mit dem lustigen Latzhosenträger und sage:
Abschalten!

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Unser Kolumnist Holger Osterloh arbeitete nach einer Ausbildung zum Erd- und Feuerbestatter mehrere Jahre als Chefanimateur auf der Gorch Fock. Parallel war er als Imageberater für Wolfgang Petry und Hartmut Engler tätig. Seit 2007 lebt er auf Mallorca und arbeitet dort als Animateur im Vergnügungslokal Biermeister sowie als freier Journalist für den Ballermann Boten. Osterloh meldet sich in unregelmäßigen Abständen von der Achse der Friseusen und versucht, das Unfassbare in Worte zu fassen, damit es in Zukunft nicht mehr heißen muss:
Die Wahrheit bleibt auf der Insel.

Die Mallorca-Kolumne: Neues aus Ballergermanistan

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Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder.

(Johann Gottfried Seume, Dichter und Denker)


Der Juni hat die Insel wieder verlassen.

Die meisten Sportmannschaften (Stichwort Saisonabschlussfahrt) sind ihm gefolgt, nicht jedoch ohne die die ballergermanische Hochkultur nachhaltig bereichert zu haben.


Hey das geht ab.

Wir feiern die ganze Nacht.

(Frauenarzt, Gangsta-Rapper und Kulturbanause)

Diese Ode an die Feierfreunde wird - ja, da lege ich mich bereits heute fest - mehr als ein schnöder Sommerhit: Eine epochale MallorcaOktoberfestAprèsSkiKarneval-Hymne. Marodierende Teutonenbanden grölen den debilen Text in einer 24-7-Endlosschleife. Wollt ihr die totale Party!? Böse Menschen? Keine Lieder?


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Dieses Motiv beleidigt meine Augen massenhaft und in verschiedenen Variationen. Eindeutig das Motto-T-Shirt des Jahres 2009!

Man mag es kaum glauben, aber der gemeine Spaßpilger findet das zum Schreien komisch.

Kein Wunder, musste er seine Leibchen in der Vergangenheit doch mit einem schlichten „Aufstieg in die Bezirksoberliga Unterrhein“, einem stolzen „Kreispokalsieger – Einer für alle, alle für Malle“ oder einem trotzigen „Schon wieder abgestiegen – Uns doch egal“ bedrucken lassen. So gesehen, tatsächlich ein Quantensprung…

Aber es möge niemand behaupten, ich würde vorschnell urteilen.

Nein, es ist nicht alles schlecht.

Ja, es gibt auch Schöngeister und Querdenker an der Playa de Palma.

Mickie Krause ist der Roger Willemsen unter den Ballermann-Barden, ein Mann der nachdenklichen Töne, ein Mahner, einer, der sich nicht scheut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Finger im Po, Mexiko, Paris Athen auf Wiederseh´n!

Ein Hilfeschrei. Er sagt uns: Welt, sieh her! Hier ist das christliche Abendland bereits untergegangen.

Aber das wird doch im Fernsehen immer übertrieben?

Volltrunkene Friseusen, die den ganzen Tag Viva Colonia singen?

Übergewichtige aber unterbekleidete Hausfrauen, die auf den Tischen tanzen?

Geh doch zu Hause, Du alte Scheiße!

Machen die aber nicht. Die kommen immer wieder. Jahr für Jahr für Jahr für Jahr. Kegelclubs, Fußballmannschaften, deutsches Bier, spanische Sangria, Bratwurst, Currywurst, Pommes rot-weiß, Schinkenstraße, Schnitzelparadies, das volle Programm.

Alles echt.

Ihr könnt Euch das immer noch nicht vorstellen? Wer tut sich das an? Wer tut sich das immer noch an? Wer tut sich das immer wieder an? Und vor allem: Warum?

Fahrt hier runter und schaut Euch das an.

Gern werde ich mein Insider-Wissen weitergeben und freue mich darauf, dem interessierten Mallorca-Novizen beim nächsten Mal folgenden Ratgeber präsentieren zu dürfen:


Plattitüden für den Süden – Ein Leitfaden für den ambitionierten Proleten


In diesem Sinne

Prost Ihr Säcke!


Unser Kolumnist Holger Osterloh arbeitete nach einer Ausbildung zum Erd- und Feuerbestatter mehrere Jahre als Chefanimateur auf der Gorch Fock. Parallel war er als Imageberater für Wolfgang Petry und Hartmut Engler tätig. Seit 2007 lebt er auf Mallorca und arbeitet dort als Animateur im Vergnügungslokal Biermeister sowie als freier Journalist für den Ballermann Boten. Osterloh meldet sich in unregelmäßigen Abständen von der Achse der Friseusen und versucht, das Unfassbare in Worte zu fassen, damit es in Zukunft nicht mehr heißen muss:

Die Wahrheit bleibt auf der Insel.

Die Mallorca-Kolumne: Die Ballermann-Saison 2009 ist eröffnet

Unser Kolumnist Holger Osterloh arbeitete nach einer Ausbildung zum Erd- und Feuerbestatter mehrere Jahre als Chefanimateur auf der Gorch Fock. Parallel war er als Imageberater für Wolfgang Petry und Hartmut Engler tätig. Seit 2007 lebt er auf Mallorca und arbeitet dort als Animateur im Vergnügungslokal Biermeister sowie als freier Journalist für den Ballermann Boten. Osterloh meldet sich in unregelmäßigen Abständen von der Achse der Friseusen und versucht, das Unfassbare in Worte zu fassen, damit es in Zukunft nicht mehr heißen muss:
Die Wahrheit bleibt auf der Insel.
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re:publica’09: Erst ein Erfahrungsbericht – dann ein Aufruf zur Rettung der Welt

Die Welt der Blogger, Twitterer und Social Network Communities – sie hat einen eigenen Hexenkessel. Die re:publica in ihrer dritten Ausführung, sie hat einiges zu bieten. Die Sonne scheint auf den Friedrichstadtpalast. Die Kalkscheune direkt dahinter, bisher Austragungsort dieses Familientreffens, platzte bereits 2008 aus allen Nähten. Heute füllt die Community den Palast UND die Scheune – die Veranstalter müssen stolz sein.

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Das Mäandertal

Tief unten, dort wo die Zeit begann und sich Strukturen noch nicht einmal erahnen lassen, wo Leben nur als amorph und vorevolutionär beschrieben werden kann, wo die Kraft der Moral und Sitte sich zu bilden oder gar entfalten nicht in der Lage ist, wo gerade Wege undenkbar sind und alles in ewig verschlungenen Strömungen dahin kriecht, dort, meine lieben Droogies, mögt Ihr das Mäandertal vermuten. Sich dort hin zu begeben und dort zu verweilen, an einem Ort, der so ganz anders ist als vertraut, erfordert Mut, könnte man meinen.

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Damals

Was war eigentlich dieses Mäandertal? Kennt ja heute keiner mehr. Darüber hab ich doch kürzlich bei ARTE eine hochinteressante Reportage gesehen. Oder einen Artikel im Feuilleton der FAZ gelesen? Nein, ich glaube es war ein Feature im Deutschlandfunk. Ist ja auch egal. Haben mich jedenfalls schwer beeindruckt, diese Mäandertaler. Was die damals schon alles wussten. Da war das dritte Jahrtausend noch keine zehn Jahre alt. Das muss man sich mal vorstellen. Die haben damals schon gesagt, dass das mit dem Klimawandel und dem ansteigenden Meeresspiegel alles Quatsch ist. Die haben vorausgesagt, dass Ratzingers Lebensgefährtin die Bombe irgendwann platzen lässt. Die haben Obama davor gewarnt, die Entscheidung im Chinakrieg durch Bodentruppen herbeizuführen. Continue reading ‘Damals’

Luftleerer Raum

Wo bin ich? Was bin ich? Oh Gott, kann es sein… nein! Oder? Ist das möglich? Wie konnte das passieren? Ich brauche einen Spiegel! Oder eine Pfütze oder IRGENDWAS zum Reflektieren. Ich befürchte das Schlimmste! Eben, vor wenigen Sekunden noch, da war ich doch… ja, ich bin mir sicher - da war ich ein BIIIP. Hallo? Ich war ein BIIIP. NEIN! KEIN BIIIP! Ich war - und jetzt konzentriere dich, Mann - ich war ein BIIIP! SCHEISSE! Ich kann es nicht mehr aussprechen. Und jetzt? Ich… ich bin… ich bin ein… MÄANDERTAAAAAAAAAAAAAAAAAaaaaaaaaaal